Biden wird neuer US-Präsident aber Trump akzeptiert es nur „in kleinen Schritten“

Wir wollten gerade aufatmen, denn der amtierende US-Präsident, Donald Trump, sprach auf Twitter vom Wahlerfolg seines Kontrahenten, Joe Biden. Was war geschehen? Eingangs äußerte er sich wie gewohnt und wiederholte Begriffe wie: „Wahlbetrug“ und er kündigte weitere Klagen an. Doch dann platzte die Bombe, denn er äußerte sich dahingehend, dass Joe Biden die Präsidentschaft gewonnen hätte.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie seine treue Community darauf reagiert, die permanent ins gleiche Hort wie der Donald Trump bläst, ohne einen relevanten Beweis für Betrug vorzulegen. Die Gerichte weisen eine Eingabe nach der Anderen als substanzlos zurück und die Wahlbeobachter sprechen von einer der „sichersten Wahlen in der US-Geschichte“.

Chuck Todd, NBC-Reporter im Weißen Haus recherchierte im Umfeld von Trump und bekam als Antwort, dass diese Äusserung wohl das beste Eingeständnis sei, dass man bekommen könne. Man hätte zufrieden sein können, jedoch war es am Sonntag-Morgen dann auch wieder vorbei: Trump schrieb da nämlich über Twitter: „Er hat gewonnen“ und schloss daran den Satz: „weil er die Wahl manipuliert hat“. Danach ging der gewohnte Sermon wieder von vorne los, dass die Lügenpresse Biden bestätigt hätte und der zukünftige Präsident noch nicht im Weißen Haus sitze. Auch das er die Niederlage nicht eingestehen werde.

Warum schreibt und twittert der Präsident nur so viel? Eigentlich ist es im Januar vorbei für ihn. Die US-Bevölkerung hat ihn eindeutig abgewählt, doch der scheidende Donald Trump benimmt sich als stehe die nächste Legislaturperiode unmittelbar an. Selbst seine einstigen Befürworter innerhalb der rebublkanischen Partei – wie Ex-Sicherheitsbreater John Bolton – rufen die eigene Partei dazu auf, die Realität endlich anzuerkennen. Im ABC Interview sprach er sehr deutliche Worte: „Es ist sehr wichtig, dass die Spitze der Partei unseren Wählern, die nicht so blöd sind, wie die Demokraten denken, erklärt, dass Trump tatsächlich verloren hat und dass seine Behauptungen vom Wahlbetrug haltlos sind.“ Auch andere Republikaner rücken von ihm am und es wird langsam einsam um einen US-Präsidenten, der an einem Tag schreibt: „Wir werden gewinnen“ und an einem anderen den Wahlsieg, Joe Bidens einräumt. Es wirkt unpräsidial und dem Amt unwürdig. Genauso wie die Tatsache, dass die Trump-Regierung sich konsequent weigert  die laufenden oder offenen Amtsgeschäfte sauber an die neue Regierung zu übergeben. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben. In einem Land das mit einer Pandemie kämpft und in einer Wirtschaftskrise steckt ein – eigentlich – inakzeptables Verhalten.

Joe Biden ignoriert hingegen völlig das wunderliche Verhalten seines Vorgängers im Weißen Haus. Er führt Gespräche mit den Kandidaten für sein zukünftiges Kabinett und steht bereit für eine „Transition“, eine saubere Übergabe von einem Präsidenten zum nächsten. (16.11.2020, M. Mutert)

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Marc Mutert

Marc Mutert studierte BWL und ist seit 1993 - ausschließlich in leitenden Positionen - tätig. Seit 1996 arbeitete er für verschiedene Medienunternehmen. TV, Hörfunk, Print, Online, Social Media, Out of Home und Live-Kommunikation. ....mehr über Marc Mutert

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