Trump und die Deutsche Bank: „New York Times“-Bericht offenbart neue pikante Details

Im Jahr 2017 machten Spekulationen die Runde, dass US-Sonderermittler Robert Mueller die Deutsche Bank aufgefordert habe, ihre Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump offenzulegen.

Trump habe daraufhin erwogen, Mueller zu feuern, wie mehrere US-Medien berichteten. Konnte aber durch Vertraute von diesem drastischen Schritt abgehalten werden.

Doch wie die “New York Times” nun berichtet, könnte die Deutsche Bank bald trotzdem Brisantes über ihre Geschäftsbeziehungen zu Trump liefern. Und der aktuelle Bericht der US-Zeitung bietet bereits einen Vorgeschmack.

Dafür sprach der “NYT”-Finanzreporter Davin Enrich mit rund 20 Bankmitarbeitern, die mit den Angelegenheiten rund um Trump vertraut sind.

Enrich, der derzeit an einem Buch über die dubiose Geschäftsbeziehung zwischen Trump und der Deutschen Bank schreibt, sagte der deutschen Ausgabe der Huffpost sagte erst kürzlich: ”Für Trump war die Unterstützung der Deutschen Bank von unschätzbarem Wert. Sie verlieh ihm den Respekt und die Glaubwürdigkeit, die er wollte.”  

Brisante Details über Trumps Finanzen

In seinem aktuellen “NYT”-Bericht beschreibt der Journalist, wie Trump überhaupt immer wieder an das Geld der Deutschen Bank kommen konnte.

Der Vorwurf: Trump habe seine Finanzen nicht immer korrekt angegeben.

► Einmal soll Trump sein Privatvermögen mit drei Milliarden US-Dollar bewertet haben, als er um einen Kredit für eine Immobilie in Chicago bat. Die Bank habe hingegen lediglich 788 Millionen Dollar verzeichnet.

► Als Trump sich im Jahr 2010 ein weiteres Mal um einen Kredit bei der Bank bemühte, um ein Golfresort kaufen zu können, habe er wieder falsche Angaben zu seinem Vermögen gemacht.

Die Deutsche Bank habe demnach ein Team zum Trump-Tower entsandt, um Trumps Finanzen zu überprüfen. Die Banker stellten laut “NYT” fest: Trump hat sein Immobilienvermögen um bis zu 70 Prozent überbewertet.

Doch die Deutsche Bank habe dem heutigen US-Präsidenten trotz der Ungereimtheiten weiterhin Kredit gewährt, wie Enrich berichtet.

Ein Grund dafür: Trump war mittlerweile mit seiner Reality-Show The Apprentice” zum Fernsehstar geworden. Dies und der Umstand, dass Trump auf dem Papier nur wenig Schulden hatte, habe die Banker beeindruckt. 

Golfen mit Trump im Mar-a-Lago

Enrich berichtet auch von den mitunter fragwürdigen Methoden, wie Trump die Geldgeber überzeugen konnte. Der “NYT”-Journalist beschreibt einen Austausch zwischen Anleihenkäufern und Trump. Seine Quelle: ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank.

Demnach habe Trump zu den Bankern gesagt: “Leute, ich weiß, dass das nicht das Einfachste ist, was ihr je verkaufen konntet (…). Aber wenn ihr das schaffst, werdet ihr alle meine Gäste im Mar-a-Lago sein”

Beim Mar-a-Lago handelt es sich um einen Privat-Club Trumps in Florida. Als es den Bankern schließlich gelang, den gewünschten Deal umzusetzen, wollte Trump zunächst nichts mehr von seinem Versprechen wissen.

► “Vergiss nicht, was du unseren Jungs versprochen hast”, habe ihn ein Führungsmitarbeiter der Deutschen Bank ermahnt. “Das ist alles, worüber sie in der letzten Woche gesprochen haben.”

Trump flog schließlich etwa 15 Banker mit seiner Boeing 727 nach Florida ein. Wie auch zwei Teilnehmer des Trips Enrich bestätigten, spielten sie dort mit Trump angeblich persönlich Golf.

Trump klagt gegen die Deutsche Bank wegen “höherer Gewalt”

Nachdem im Jahr 2008 die Finanzkrise auch Donald Trump erneut in enorme finanzielle Schieflage brachte, beglich dieser seine Schulden bei der Deutschen Bank nicht.

Im Gegenteil: Er verklagte das Geldinstitut auf drei Milliarden US-Dollar Schadensersatz und begründete dies mit dem Verweis auf eine “höhere Gewalt”Dieser Umstand kann üblicherweise bei Naturkatastrophen geltend gemacht werden. Doch Trumps Anwälte begründeten die Klage damit, dass die Bank maßgeblich an der Finanzkrise beteiligt gewesen sei.  

Tatsächlich wurde die Deutsche Bank später insgesamt 7,2 Milliarden US-Dollar Schadensersatz für betrügerische Geschäfte, die zur Krise beigetragen haben, zahlen müssen. Auf Trumps Geld wollte die Bank dennoch nicht verzichten: Sie klagte zurück.

Die Einigung erfolgte außergerichtlich. Trump bekam mehr Zeit, um seine Schulden abzubezahlen. Das gelang ihm schließlich nur, weil er sich einen weiteren Kredit sichert – absurderweise bei der Deutschen Bank selbst.

Trump wurde also jenes Geld geliehen, mit dem er letztlich zurückzahlte, was er der Investmentabteilung der Bank selbst für das alte Chicago-Darlehen noch schuldig war.

Der Druck auf die Deutsche Bank steigt

Das international agierende Kreditinstitut ist durch ein von den Demokraten im Repräsentantenhaus ins Leben gerufenen Kongressausschuss angehalten, ihre Beziehungen zu Trump offenzulegen.

Umfangreiche interne Dokumente aus der Kommunikation zwischen Trump und der Bank könnten laut der “NYT” bereits nächsten Monat dem Ausschuss übergeben werden.

Bisher weiß niemand genau, was genau diese Interna offenlegen werden. Doch wie der aktuelle Bericht der “New York Times” nahelegt, könnte es durchaus brisant werden. Und das auch für die Deutsche Bank selbst, die im Moment um eine Fusion mit der Commerzbank bemüht ist.

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