Kontroverse Reaktionen auf Merkels „Light Lockdown“

Willkommen im Lockdown „Light“. Ab Montag, den 2. November ist es soweit. Viele Restaurant, Club und auch andere Unternehmen bleiben geschlossen. Die deutsche Bevölkerung soll zu Hause bleiben und sich erneut isolieren, um die Infektionswelle zu durchbrechen. Alles in allem für vier Wochen, doch kaum ein Experte rechnet damit, dass es dann vorbei ist. Und die Wirtschaft? Die Vizepräsdidentin der Weltbank, Carmen Reinhart, äußerte im Gespräch mit „Der Spiegel“: “ Viele Unternehmen aus Handel, Gastronomie und Unterhaltung werden sich nie erholen.“
Angesichts solcher Aussagen verwundert die, teilweise, heftige Reaktion auf den Lockdown nicht und dieser kommt aus allen Bereichen der Gesellschaft. Bei der Regierungserklärung der Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zum erneuten Lockdown, kam es im Bundestag zu Zwischenrufen  aus der AfD und auch Christian Lindner (FDP) sparte nicht an harter Kritik. Der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble musste einschreit en und zur Ordnung rufen.
Die Politik ist entschlossen private Kontakte herunterzufahren und konsequent zu minimieren und das Wirtschaftsleben, sowie Kitas und Schulen funktional zu halten. Doch die Bevölkerung reagiert mit wenig Verständnis und sieht ihre Ängste kaum aufgenommen. BVMW Präsident, Mario Ohoven, sieht die Wirtschaft alleine gelassen, obwohl diese sehr viel in die Hygiene ihrer Unternehmen investiert haben und verweist darauf, dass die Topspreader in den letzten Wochen bei privaten Parties und Veranstaltungen zu finden waren und nicht in gastronomischen Betrieben oder Restaurants.

Die deutsche Kanzlerin schätzte es richtig ein, als sie erklärte, dass es der Bevölkerugn viel abverlange und die Menschen im Kern des menschlichen Miteinanders träfen. Sie verwies darauf, dass alle Menschen zusammenhalten und die Bevölkerung gemeinsam daran arbeiten muss, um Corona in den Griffe zu bekommen. Angela Merkel bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürger und sagte, sie sei tief berührt und beeindruckt, weil so viele Menschen vernünftig handelten.

Sowohl AfD-Führer Gauland wie FDP-Chef Lindner kritisierten die neuen Schutzmaßnahmen. Christian Lindner warf der Kanzlerin vor, die Demokratie zu ruinieren, weil die Entscheidungen zwischen Ländern und Bund gefällt würde und nicht im Bundestag. Er bestand darauf die Debatte im Vorfeld zu führen und zwar im Parlament. Ein Aspekt seiner Rede wendete sich der bedrückenden wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen zu, denn diese Firmen, Gastronomen und Veranstalter sehen sich mit ihren teuren Hygienekonzepten nun allein gelassen,  obwohl deren Wirkung nicht widerlegt sei. „Mag dieser Lockdown auch milder sein als der erste, es muss der letzte gewesen sein“, so Lindners Apell an die Kanzlerin.

Alexander Gauland verglich die Pandemie mit den jährlichen Verkehrstoten. Die Senkung dieser Zahlen wäre mit vernüftigen Regelwerken zu Stande gekommen, die ein jeder hätte nachvollziehen können.

Linke-Chefin Amira Mohamed Ali zeigte sich ebenfalls kritisch, als sie ihre Meinung Luft machte: „Ich bin der Meinung, das Parlament hätte das entscheiden müssen. Sie haben es versäumt, die letzten Monate, diesen Sommer zu nutzen, um dieses Land auf die zweite Welle vorzubereiten.“

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