Mittelstand in höchster Not!

Seit dem Frühjahr und mit Beginn des großen Lockdowns ist der Mittelstand in Deutschland am kämpfen. Um das nachkte Überleben, gegen massive Umsatz-Rückgänge, gegen die drohende Insolvenz. Die Aktienmärkte reagieren in extremen Auf- und Abbewegungen und viele Menschen – Unternehmer wie Arbeitnehmer – sind stark verunsichert.

Der Präsident des Bundesverbandes Mittelständischer Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, sprach gestern vor 140 Vertretern der bundesweiten Geschäftsstellen, politischen Sprechern und Leitern beim BVMW in Berlin und fand deutliche Worte: „Dies ist die schlimmste Krise seit dem 2. Weltkrieg.“ Die Krisensitzung wurde vom BVMW realisiert, nach dem bekannt wurde, welche Corona-Maßnahmen durch Bund und Länder veranlasst wurden. Laut Mario Ohoven spielt es keine Rolle ob es zum „harten“ oder „weichen“ Lockdown kommt. Allein die Spekulationen senden ein verheerendes Signal in die Wirtschaft und führen zu einer nachhaltigen Verunsicherung.

Der BVMW und sein Präsident sehen zudem die Behörden in der Pflicht. Kritik findet die fehlende Personalstruktur in den Gesundheitsämtern, die Zurückhaltung von Schnelltests für Jedermann und die damit verbundene konsequente Testung.

Als Interessenvertreter für die kleinen und mittelständischen Unternehmen versteht sich der BVMW als vernehmbare Stimme in der Öffentlichkeit. Mario Ohoven und der BVMW werden gehört. Nicht immer wird diplomatisch formuliert. Der Verband ist bekannt dafür die Dinge anzusprechen und die Sorgen und Ängste der mittelständischen Wirtschaft an die Politik weiterzugeben. Die Verbindung des BVMW zu Medien und Politik ist eng und somit nachhaltig; auf allen Ebenen.

Der BVMW kritisiert den „Light Lockdown“ als harten Einschnitt für die Unternehmen und Betriebe in Deutschland und argumentiert, dass oftmals die getroffen werden, die erfolgreich die Hygienekonzepte umgesetzt, die nachhaltig in Belüftungs- und Schutzsysteme investierten und nun ihre Unternehmen schließen und die Mitarbeiter nach Hause schicken müssen. In der Folge erliegt das öffentliche Leben erneut und die Probleme und Ängste der Menschen verlagern sich in den privaten Bereich. Nicht umsonst wurden die letzten Infektionsherde im Umfeld von privaten Veranstaltungen identifiziert (Quelle: RKI-Präsident Wieler im Tagesspiegel am 22.10.2020).

„Es ist eminent alle Situationen zu vermeinden, die eine Virusübertragung ermöglichen. Dazu sind die Hygiene-Regeln ein erstes und entscheidendes Mittel. Abstand, Desinfektion und das Tragen einer Maske ist nicht zuviel verlangt“, findet Aziz Sevindik, selbst Unternehmer und BVMW-Mitglied aus Mainz. „Ich hoffe die Menschen sind so vernüftig, erkennen den Ernst der Lage und halten sich daran.“

Zwar wurden die Rettungspakete erweitert und verlängert und die betroffenen Unternehmen werden von bis zu 10 Milliarden Euro unterstützt, doch diese Gelder wurden weitestgehend im Mittelstand erwirtschaft und deren Mitarbeiter zahlen die Zeche – als Steuerzahler – am Ende selbst.

Weitere Informationen zu den Überbrückungshilfen:
https://www.bvmw.de/themen/coronavirus/wirtschaft/unterstuetzung-fuer-unternehmen/ueberbrueckungshilfe/

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Marc Mutert

Marc Mutert studierte BWL und ist seit 1993 - ausschließlich in leitenden Positionen - tätig. Seit 1996 arbeitete er für verschiedene Medienunternehmen. TV, Hörfunk, Print, Online, Social Media, Out of Home und Live-Kommunikation. ....mehr über Marc Mutert

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