Überbrückungsgeld anlässlich Corona

Die meist mittelständische Wirtschaft in Rheinland-Pfalz stöhnt auf und weiß sich – anlässlich der bevorstehenden Lockdown-Situation – kaum zu helfen. Die Bundesregierung hat daher die Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen verlängert, um in der Folge der Corona-Krise unbürokratisch zu helfen. Dieses branchenübergreifende Hilfspaket soll einen Ausgleich schaffen, um Betriebe die ihr Geschäft in den Lockdown-Phasen teilweise oder ganz enstellen mussten, zu retten. Die IHK-Rheinhessen hat eine Übersicht auf ihrer Homepage veröffentlicht, um den Antragsstellern wesentliche Fragen im Vorfeld zu beantworten.

Als Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis August und durch die aktuelle „Light-Version“ des Lockdowns wird die Frist bis Jahresende verlängert. Maßgeblich ist dabei der Umsatzrückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat. Es greifen folgende Staffelungen: 

  • 70% oder mehr Umsatzrückgang = 80% der Fixkosten werden erstattet
  • 50%–70% Umsatzrückgang = 50% der Fixkosten werden erstattet
  • 40%-50% Umsatzrückgang = 40% der Fixkosten werden erstattet
  • Junge Unternehmen
    • Gründung nach April 2019:
      Als Vergleichsmonate gelten November und Dezember 2019.
    • Gründung nach Juni 2019:
      Als Vergleichsmonate gelten die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020.

Die Summen sind jedoch begrenzt. So liegt der Maximalbetrag bei 150.000 Euro für drei Monate. Unternehmen mit maximal fünf Angestellten wie auch Einzelunternehmer  erhalten maximal 9.000 Euro für drei Monate. Unternehmen / Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern erhalten maximal 150.000 Euro für drei Monate.

Zur Antragstellung berechtigt sind jedoch nur Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausgewiesen haben.

Das Hilfspaket richtet sich im Besondern an stark betroffene Branchen:

  • Unternehmen der Veranstaltungslogistik, des Caterings und der Veranstaltung von Messen
  • Reisebüros und Reisebusunternehmen
  • das Hotel- und Gaststättengewerbe
  • Kneipen, Clubs und Bars
  • Schausteller
  • Branchen, die im engen Kontakt zum Endkunden stehen
  • als Sozialunternehmen geführte Übernachtungsstätten wie Jugendherbergen, Schullandheime
  • Träger von Jugendeinrichtungen des internationalen Jugendaustauschs
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe und Inklusionsbetriebe
  • Profisportvereine der unteren Ligen
  • Freiberufler oder Soloselbstständige im Haupterwerb sind ebenfalls antragsberechtigt.

Davon ausgenommen sind:

Welche Fixkosten können angesetzt werden:
a) Grundsteuern
b) Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen.
c) Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
d) Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
e) Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
f) Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
g) Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 % der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert
h) Betriebliche Lizenzgebühren
i) Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
j) Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen.
k) Kosten für Auszubildende
l) Weitere Mietkosten

Im Falle von Reisebüros können deren Inhaber zusätzlich Provisionen ansetzen, die wegen der Corona-bedingten Stornierungen zurückgezahlt werden mussten.
Der Antrag kann ausschließlich über Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, bzw. vereidigte Buchprüfer möglich. diese können sich über das Portal des Bundeswirtschaftsministeriums registrieren und die Anträge hochladen.

Weitere Informationen unter:
https://www.ihk.de/ueberbrueckungshilfe

SIE SIND EIN BETROFFENER UNTERNEHMER? TEILEN SIE UNS IHRE MEINUNG MIT!

 

Facebook Kommentare

Marc Mutert

Marc Mutert studierte BWL und ist seit 1993 - ausschließlich in leitenden Positionen - tätig. Seit 1996 arbeitete er für verschiedene Medienunternehmen. TV, Hörfunk, Print, Online, Social Media, Out of Home und Live-Kommunikation. ....mehr über Marc Mutert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.