Corona und die 1.Kind-Regel

Der Winter wird lang und viele Familien und Eltern fragen sich, wie das mit der 1 Kind Regel funktionieren soll.

Nach den Wünschen der Kanzlerin, Angela Merkel, sollen Kinder sich nur noch mit je einem Kind zum Spielen treffen. Doch die Frage ist doch viel eher: Weshalb?

In den Schulen sitzen die Kinder – trotz Masken und Lüften – eng an eng, den halben Tag lang. Die Behörden geben laufend bekannt, dass die Schulen, zu keiner Zeit, als Infektions-Hotspots definiert wurden. Aus diesem und anderen Gründen fragen sich viele Eltern nach dem Sinn dieser Entscheidung: timeline-germany.de war daher in den Fußgängerzonen von Mainz, Bingen und Bad Kreuznach unterwegs und sprach mit Müttern und Vätern, die mit ihren Kindern zum Einkauf gingen. Désirée Kalps, eine zweifache Mutter aus Bingen: „So langsam nehmen die Regeln immer bizarre Züge an. Ich kann weder Frau Merkel, noch die handelnden Personen, wie Spahn oder Söder, ernst nehmen, so grotesk ist der Eingriff in unseren Lebensalltag und den meiner Kinder. Wir haben jeden Tag große Angst davor unsere Jobs zu verlieren oder krank zu werden, so dass wir als Eltern wie auch unsere Kinder nur noch wie Zombies durch den Alltag stolpern. Ich frage mich ernsthaft wie es kommt, dass in den USA knapp 250.000 Menschen sterben, während Herr Spahn nach 14 Tagen putzmunter und ohne nennenswerte Erkrankung wieder seinen Job machen kann. Da stimmt doch etwas nicht: ‚ im Staate Dänemark‘!“

Steffanie Piepermann aus Mainz sieht die Sache eher gelassen: „Ich bin Hausfrau und mein Mann ist selbständiger Architekt und arbeitet schon immer von zu Hause. So gesehen hat das unseren Alltag nur dahingehend verändert, dass wir jetzt Masken tragen sobald wir das Haus verlassen. Einzig für die Kids ist das alles nur schwer zu verstehen. Unsere acht-jährige Tochter versteht es natürlich nicht wirklich, warum sie auf dem Pausenhof in einer großen Gruppe Kinder spielen darf und zu Hause nur eine ihrer Freundinnen kommen soll. Mal abgesehen davon, dass eine Kontrolle von Abständen auf einem Schulhof mit 800 Kindern überhaupt nicht umsetzbar ist. Diese Regel ist also totaler Quatsch. Ich denke nicht, dass ich das so umsetze. Wer will den am Ende kontrollieren ob Eltern eine oder mehrere Kinder zum spielen bei sich empfangen?“

Der November wird länger, die Maßnahmen werden ebenfalls verlängert und die Politik diskutiert weiter über die Strategien zur Eindämmung der Corona-Pandemie und dies seit März. Nach unserer Umfrage können wir eines mit Bestimmtheit feststellen. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger reagieren mit großem Verdruss und Unverständnis auf Regeln, die in ihrer Widersprüchlickeit durchaus hinterfragt werden dürfen. Wenn ein be- oder unbewußter Widerstand weiter ansteigt werden auch die Infektionszahlen weiter ansteigen. Die Frage bleibt offen, ob diese dann noch nachvollziehbar sein werden.  (20.11.2020, Marc Mutert)

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Marc Mutert

Marc Mutert studierte BWL und ist seit 1993 - ausschließlich in leitenden Positionen - tätig. Seit 1996 arbeitete er für verschiedene Medienunternehmen. TV, Hörfunk, Print, Online, Social Media, Out of Home und Live-Kommunikation. ....mehr über Marc Mutert

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