Ladies and Gentleman, the President oft he United States: Do..Do… ähhhm….Mister Joseph Robinette Biden Jr.?

 

Die US-Wahlen gleichen dem Kampf zwischen einem Clown und einem Harlekin im Zirkus. Der eine besonnen, überlegt. Joe Biden ein Vollblut-Politiker mit vielen Jahren Erfahrung und man kann sagen: staatsmännisch. Der andere hingegen – so wie wir es seit seinem ersten Wahlkampf kennen – poltert laut und stolpert über seine eigenen Füße, bzw. Aussagen. Einem Tollpatsch gleich, Donald Trump.

Seit Gestern-Morgen schaut die Welt gespannt und bange auf ein mögliches Wahlergebnis und zittert mit den Bürgerinnen und Bürgern in Amerika. Weitere vier Jahre Donald Trump und seinem ambivalenten Verhältnis zur Wahrheit und seinen permanenten Provokationen. Oder passiert es doch: Joe Biden wird der neue US-Präsident, der im Januar vereidigt wird.

Aktuell sieht es für den Herausforderer Biden sehr gut aus. Wie erwartet versucht der amtierende Präsident alles, um die weiter Auszählung in den letzten offenen Bundesstaaten entweder zu verhindern oder Neuauszählungen – gerichtlich – zu veranlassen.

Die Welt blickt nach Amerika und scheinbar tickt die Uhr dadurch an anderen Orten langsamer, denn der oft wachsame Blick des weißköpfigen Seeadlers – das Wappentier der USA – blickt nicht nach Außen auf die Welt und ihre diversen Krisen-Herde, sondern ausschließlich nach Innen.

Doch die Probleme der Welt hören nicht auf zu existieren und die Lücke der Unachtsamkeit könnten andere Mächte vordringen, um sich lokal weiter zu positionieren. China sucht die Vorherrschaft im Pazifik-Raum und bedroht die Anrainer-Staaten Taiwan, Vietnam oder Japan. Die Türkei pumpt syrische Söldner in den Konflikt von Bergkarabach und selbst Moskau äußerte sich besorgt über die Auswirkungen dieser Wahl für die Weltwirtschaft.

Doch der Graben, der sich durch die US-Bevölkerung zieht, ist unübersehbar. Noch sind viele der Demonstrationen, für die eine oder andere Seite, friedlich verlaufen. Mancherorts zeigen die Anhänger aber bereits Nerven. In Michigan skandierten Trump-Anhänger: „Stoppt die Auszählung“ und Arizona sollen sogar bewaffnete Trump-Anhänger gesichtet worden sein. Die Bürgerinnen und Bürger die Joe Biden unterstützen rufen derweil: „Jede Stimme zählt.“

Die Experten rechnen mit einem Finale vor den Gerichten. Die Anwälte des amtierenden US-Präsidenten haben bereits Klagen eingereicht. In Staaten in denen Trump glaubt gewonnen zu haben wünscht er eine erneute Zählung der Stimmen, während er in den noch offenen Staaten versucht die Ergebnisse der Briefwahl zu stoppen.

Trump rechnet damit, dass Supreme Court in seinem Sinne urteilen würde, doch auch wenn die Mehrheit der Richter mittlerweile konservativ einzustufen ist, bleiben die Richter in erster Linie Juristen, die nach Recht und Gesetz handeln und nicht nach dem persönlichen Rechtempfinden von Donald Trump. Gerade in den letzten Tagen hat der Oberste Gerichtshof Urteile gefällt die Fragen von Wahlverfahren oder Wahlrecht, gegen die Intensionen von Trump gerichtet sind.

Und so zählen die Wahlhelfer konsequent weiter. Und sie werden bereits als die wahren Helden der Demokratie bezeichnet. Sie achten peinlich darauf, dass es nicht zu etwaigen Kritikpunkten kommen kann, auf die sich die Republikaner dann stürzen würden.

Die Chancen für eine Wiederwahl Trumps stehen denkbar schlecht, denn die noch zu zählenden Stimmen sind viele Briefwähler und diese rechnen die Experten den Demokraten zu. Aber noch sind die Zählungen in den Staaten Nevada, North Carolina, Georgia und Pennsylvania nicht beendet.

Wir wollen aber nicht vergessen: Nicht die Bürger wählen den US-Präsidenten, sondern die obskuren Wahlmänner, von denen jeder Bundesstaat eine bestimmte Anzahl stellt. Erst wenn eine Partei 270 Stimmen auf sich vereinigt gilt er als Sieger. Und dazu fehlen Joe Biden – aktuell (12:32 Uhr am 5.11.) noch genau sechs Stimmen.

Diese Wahl wird sich bis zuletzt spannend gestalten. Obwohl mehr Menschen gewählt haben als bei irgendeiner anderen Wahl in der Geschichte der USA ist das Ergebnis so knapp wie noch nie. Daneben erscheint ein Rekord, den Joe Biden erreicht hat wie ein Pyrrhus-Sieg. Er vereinigte auf sich mehr als 70 Millionen Stimmen mehr als ein anderer Kandidat jemals. Mit dem finalen Ergebnis wird noch heute gerechnet. Man fühlt sich an die Wahl von 2000 erinnert, als Al Gore gegen George W. Bush antrat. Diese Wahl endete dann tatsächlich vor dem Supreme Court. „Eine Schande für die Demokratie“ war damals die einhellige Meinung. Wie werden die Historiker wohl über diese Wahl urteilen?

 

 

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