Städtische Server von Idar-Oberstein stehen jetzt in Koblenz

Städtische Server stehen jetzt in Koblenz

IT-Infrastruktur wurde ins KGRZ verlagert

Anfang Februar wurde die komplette Serverinfrastruktur der Stadtverwaltung Idar-Oberstein in das Kommunale Gebietsrechenzentrum (KGRZ) Koblenz verlagert. Damit ist die Stadt Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz die erste Kommune ihrer Größenordnung, die diesen Schritt gegangen ist. Andere, zumeist größere Städte verfügen teilweise über eigene Rechenzentren. Diese Alternative wurde jedoch seitens der Stadtverwaltung aus Kostengründen und wegen Sicherheitsbedenken verworfen.

Die Stadtverwaltung Idar-Oberstein verfolgt seit längerem konsequent die Virtualisierung der städtischen IT-Infrastruktur. Gerade in der noch fortwährenden Corona-Pandemie hat sich an verschiedenen Aspekten (Arbeiten im Homeoffice, leichter Bürowechsel durch Virtualisierung, technische Lösungen für kontaktlose Verwaltungsarbeit, Schutz systemrelevanter IT-Infrastruktur) gezeigt, dass eine funktionierende IT die Basis für eine funktionierende Verwaltung ist. Dabei ist die Nutzung eines externen Rechenzentrums für ein cloudbasiertes Arbeiten unabdingbar, um die Einhaltung des BSI-Grundschutzes (vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik festgelegte Mindestanforderungen zum Schutz von IT-Anwendungen und -Systemen) und eine hohe Verfügbarkeit der Systeme zu gewährleisten.

Nachdem der Idar-Obersteiner Stadtrat den Grundsatzbeschluss zur Verlagerung eines Teils der städtischen IT-Infrastruktur und der Datensicherung in das KGRZ gefasst hatte, wurden beide Projekte durch das Sachgebiet EDV vorangetrieben. In enger Kooperation mit dem KGRZ wurde parallel zur Back-Up-Verlagerung ein Pilotprojekt zum Testbetrieb eines Teilbereichs der städtischen Serverinfrastruktur geplant und umgesetzt. Das Pilotprojekt wurde ergebnisoffen mit den Verantwortlichen des KGRZ geplant und durchgeführt. Dabei wurden die Alternativen Hosting und Housing bezüglich der jeweiligen Umsetzbarkeit gegenübergestellt. Vereinfacht gesagt würde beim Hosting das KGRZ die erforderliche Server-Infrastruktur zur Nutzung durch die Stadtverwaltung zur Verfügung stellen und die Wartung der Hardware sowie die Pflege der Software übernehmen. Beim Housing werden die stadteigenen Server im KGRZ untergebracht, das KGRZ stellt infrastrukturelle Dienstleistungen und Betriebsunterstützung bereit.

Im Zuge der Auswertung des Pilotprojekts kamen beide Seiten zu dem Schluss, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt und unter den derzeitigen Schwerpunktsetzungen die Hosting-Variante für eine Verwaltung mit nahezu 500 Nutzern zu viele unkalkulierbare Risiken für beide Seiten bergen würde. Daher wurde entschieden, dass vorerst eine Housing-Lösung erfolgt, wobei ein Hosting weiterhin das Fernziel der Kooperation darstellt.

Nachdem die umfangreichen Vorarbeiten in den vergangenen Monaten umgesetzt wurden, erfolgte nunmehr am vorletzten Wochenende als finaler Schritt die Verlagerung der Serverinfrastruktur in das KGRZ. Dabei wurde die Ende 2020 neu beschaffte und nun redundant ausgelegte Hardware physisch in das KGRZ Koblenz verlagert und dort in zwei getrennte Serverräume eingebaut. Eine ebenfalls redundante Leitungsanbindung stellt die Betriebsbereitschaft für den Standort Idar-Oberstein mit seinen 30 Außenstellen sicher. Hierzu wurde auch die Einbindung in das Kommunalnetz Rheinland-Pfalz sowie die zentrale Internetanbindung nach Koblenz verlagert.

Die Umsetzung des Server-Housing ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur weiteren Digitalisierung der Verwaltungsarbeit, die durch die verwaltungsweite Einführung der E-Akte und Einführung ergänzender digitaler Lösungen die Basis bietet, um bis zum Jahr 2022 die Forderungen des Online-Zugangsgesetzes zu erfüllen. Nur mit einer sicher aufgestellten IT-Infrastruktur im Zusammenwirken mit der Vollvernetzung aller 30 Standorte der Stadtverwaltung Idar-Oberstein ist ein ausfallsicherer Netzwerkbetrieb der IT möglich. Die Kosten für die Housing-Lösung betragen jährlich rund 162.700 Euro und setzen sich aus der notwendigen Anschaffung von Hard- und Softwarekomponenten, den Kosten für Service, Support und Housing des KGRZ sowie für die redundanten Leitungsanbindungen zusammen.

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